Generation 50plus -
"Zu alt zum Arbeiten, zu jung für die Rente"

Mein Name ist Gabriele Aurin, ich bin 57 Jahre alt, gelernte Bürokauffrau und war seit Beendigung meiner Lehrzeit immer berufstätig. Ich habe auch als geschiedene Frau und alleinerziehende Mutter durchgehend bis zum 31.03.2006 gearbeitet. Also fast 40 Jahre.

Als ich nach Erhalt meiner Kündigung aus betrieblichen Gründen sozusagen zum ersten Mal in meinem Leben arbeitslos wurde, war ich trotzdem guten Mutes, sehr schnell eine neue Beschäftigung zu finden. "Wer Arbeit sucht, findet auch welche", glaubte ich ja auch.

Auf meine zahlreichen Bewerbungen kamen nur Absagen. Bei Nachfragen bekam ich nur zu hören: "Sie gehen doch bestimmt bald in Rente" oder "Sie passen in Ihrem Alter nicht in unser Team".

Auf mein Stellengesuch vom 22.07.2006 mit der Überschrift: "50+ - welcher Chef gibt auch älterer und erfahrener, kaufmännischer Allroundkraft eine Chance", meldeten sich zwar keine Arbeitgeber, aber zwölf ebenfalls arbeitslose Frauen über 50 Jahre, die wissen wollten, ob ich denn mit meiner Anzeige Erfolg gehabt hätte.

Nach all diesen Gesprächen begann ich endlich zu begreifen, wie schlimm es arbeitsmäßig um meine Generation steht. Das die meisten Menschen, die zum Teil 35/40 Jahre und länger gearbeitet haben, unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten sind, keine Chance mehr haben. Das diese Menschen, die jahrzehntelang ihren Beitrag für die Gesellschaft geleistet haben, am Ende finanziell genauso wenig unterstützt werden, wie jemand der wenig oder auch nie gearbeitet hat. Das bis dahin erst einmal fast alle Ersparnisse, die für das Alter zurückgelegt wurden, aufgebraucht sein müssen. Viele dieser Menschen sich schon mit Mitte Fünfzig in der sogenannten Altersarmut befinden. Die erarbeiteten Rentenansprüche mit jedem Jahr Arbeitslosigkeit weniger werden. Das diesen Menschen nicht einmal eine Würdigung ihrer bisherigen Lebensleistung zugestanden wird.

Diese, für mich und andere, mangelnde soziale Gerechtigkeit veranlasste mich dann im August 2006 mit diesem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich suchte Unterstützung durch Herantreten an Politiker umliegender Kommunen sowie auf Bundesebene. Die Antworten waren überwiegend ablehnend oder nichtssagend. Hartnäckig versuchte ich bei den Medien mein Glück, wurde aber auch da meistens sehr schnell abgefertigt.

Deshalb geht mein besonderer Dank an den Zeitungsverlag Münchner Merkur.

Der Redakteur des Regionalteils vom Fürstenfeldbrucker Tagblatt, Herrn Weinzierl, gab anfänglich grünes Licht zum 1. Artikel am 08.08.2006.

Der stellvertretende Chefredakteur, Herr Georg Anastasiadis und sein Mitarbeiter, Herr Steffen Habit, vom Münchner Merkur überregional, begleiten und unterstützen mich redaktionell seit dem Artikel vom 21.08.2006 "Zu alt zum Arbeiten, zu jung für die Rente". Aufgrund der großen Resonanz sowie nachfolgenden Gesprächen mit diesen Betroffenen, entwickelte sich dann "meine" Initiative 50plus. Aufgrund weiterer 4 Folgeartikel traten immer mehr Menschen an mich heran. Betroffene sowie Frauen und Männer, die helfen und etwas bewegen wollen. Aufgrund dieser Artikel wurden dann auch andere Medien aufmerksam, u.a. das Fernsehen, ZDF-Sendung "Berlin-Mitte", SAT 1 regional, der Bayerische Rundfunk, etc.

Unsere Vereinsgründung am 06.02.2007 wäre ohne Herrn Habit und Herrn Anastasiadis kaum möglich gewesen. "Dank" für ihr stets offenes Ohr, ihre Geduld (mit mir) und ihre Bereitschaft zur redaktionellen Unterstützung sowie ihrer aufklärenden, kritischen und seriösen Berichterstattung zum Thema selbst.